
SharkRF hat vor mehr als einem Jahr das Gerät M1KE veröffentlicht und nennt es „WLAN IP Transceiver“. Die Anzahl der unterstützten Betriebsarten ist beeindruckend und es werden immer wieder neue Funktionen freigeschaltet. Mit dem Kauf von eine Hytera P50 hatte ich es mir nun zum Ziel gemacht, solch ein Gerät auf Basis der verfügbaren Android Apps „zu konfigurieren“. Ich kann vorweg nehmen, dass ich den Funktionsumfang teilweise sogar überbieten konnte und auch die Hardware leistungsfähiger ist als die des M1KE. Allerdings muss man dafür (digitalen Betriebsarten) auch eine kleine Infrastruktur mit Software und ggf. Hardware (DVStick30) oder Emulator aufbauen. Da ich das M1KE aber nicht besitze, möchte ich keinen weiteren Vergleich vornehmen.
Die folgenden Apps sind natürlich auch mit einem ganz normalen Handy nutzbar, aber die Haptik insbesondere unter Nutzung der PTT und auch die NF Qualität (Frequenzgang/Lautstärke) ist oft nicht optimal für das „Funken“. Auf die App Droidstar und Hytalk in Verbindung mit Brandmeister gehe ich nicht näher ein, weil beide mich qualitativ bisher nicht überzeugen konnten.
Mit einem Klick auf die Bilder kommt ihr jeweils auf die APP im Google Playstore. Wenn ich in den Beschreibungen explizit nicht etwas anderes schreibe, funktioniert die App mit dem P50 ohne Einschränkungen inkl. der PTT und DPAD.

Die erste App, die den Weg auf das P50 gefunden hat, war HamLink, um damit an der „FM-Analog“ Welt mit Hilfe von svxlink (in Deutschland überwiegend FM-Funknetz) teilnehmen zu können.

Peanut von David – PA7LIM ist schon seit Jahren ein Klassiker und eine qualitativ hochwertige VoIP App für den Amateurfunk. In Deutschland gibt es ca. 12 Räume die solche eine Anbindung vorzugsweise in digitalen Multimode Räumen eingerichtet haben. Der Multimode Hessen/RLP gehört ebenfalls dazu.

DVSwitch Mobile ist das „Schweizer Taschenmesser“ für die digitalen Betriebsarten und beherrscht fast alle in einer exzellenten Qualität. Allerdings setzt die Mobile App einen DVSwitch Server voraus, den Ihr z.B. auf einem Raspberry installieren und konfigurieren müsst. Weiterhin solltet Ihr einen DVStick30 (AMBE USB-Stick) besitzen, um die Transcodierung in DMR, YSF oder D-Star durchführen zu können. Falls Ihr mit dem P50 oder einem andere PoC Gerät auch im Mobilfunk Netz QRV sein möchtet, muss noch eine Portfreigabe auf Eurem Internet Router und Einrichtung eines DNS Service/Eintrag erfolgen. Diese Installation ist auch mit einem HTML-Client (Analog Reflector) nutzbar. Alle Installation habe ich auf meiner Webseite unter der Rubrik DVSwitch beschrieben.

BlueDV AMBE ist eine Qualitativ hochwertige Alternative zu DVSwitch und sollte, wenn möglich den Vorzug gegeben werden. Leider gibt es auf dem P50 einen Bug, der eine Konfiguration der Mic Gain Einstellungen nicht zulässt. Zusätzlich zur APP benötigt Ihr auch hier einen DVStick30 (AMBE USB-Stick) und die Installation eines AMBE Sever auf einem Raspberry (ohne Problem möglich auf einem existierenden Hotspot) muss durchgeführt werden. Der AMBE Server kann mit allen BlueDV Anwendungen (Android, Windows) genutzt werden. Auch hier ist bei mobiler Verwendung eine Portfreigabe und DNS Eintrag notwendig.

Echolink ist ja schon ein Klassiker und aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig, wenn man HamLink installiert hat.

APRSdroid kann zum Nachrichten versenden, Tracking und Versenden von Positionsdaten verwendet werden.

QSOLink von F4JGI – Cedric lässt sich zwar installieren aber unterstützt im Moment nicht die DPAD Navigation und funktioniert somit nur mit Touch Displays.

TETRALink Mobile habe ich bisher nicht getestet, läuft aber auf dem P50 auch mit der DPAD Navigation.
Fazit
Dank der zahlreichen Apps, die es im Amateurfunk bereits gibt, ist es tatsächlich möglich, einen LTE/WLAN Transceiver nach seinen eigenen Bedürfnissen zu konfigurieren. Der Funktionsumfang und auch die Modulations-Qualität übertrifft oft ein herkömmliches Funkgerät. Im Mobil/Portable-Betrieb und auch Urlaub kann ich mir kein praktischeres Gerät vorstellen, wobei ich natürlich immer noch gerne auch ein Funkgerät nutze. Eine Erkenntnis hat mich aus den Erfahrungen der letzten 2 Wochen dann doch überrascht, ich hatte gerade bei dem P50 nie das Gefühl, daß ich mit einem Handy Betrieb mache, weil es von der Haptik sehr stark einem Funkgerät ähnelt.